Was für ein unglaublicher Comebacksieg der Kängurus im ersten ÖEL-Halbfinale gegen den SC Hohenems. Die KSV-Cracks egalisierten einen 1:4 Rückstand in den Schlussminuten und siegten im Shootout.
Wie immer in den letzten Jahren hielt das Duell KSV vs. Hohenems was es versprach, nämlich Spannung und Drama bis zum Ende. Die Kängurus kamen sehr verhalten aus der Kabine und zeigten einige Unsicherheiten. Schon in der ersten Minute tauchte Leon Schmeiser alleine vor Oliver Zirngast, der heute den Vorzug gegenüber Felix Nußbacher erhielt, auf. Während der KSV-Schlussmann in dieser Situation Sieger blieb, konnte er zwei Minuten später jedoch nicht mehr retten, als Patrick Spannring ein Breakaway erfolgreich zur Emser Führung abschloss. Die Kängurus taten sich weiterhin schwer ins Spiel zu finden und hatten Probleme im Spielaufbau. Leichte Fehler führten immer wieder zu schnellen Kontern der Gäste, doch Oliver Zirngast rettete in einer weiteren 2on1 Situation. Doch die Tiroler bleiben gefährlich und dementsprechend folgte noch vor der Pause das 2:0 für die Gäste, als Mandlburger im Slot direkt abzog.
Zwei Überzahlspiele vor und nach der Pause konnte die KSV-Cracks zwar nicht nutzen, kostete den Gästen, die mit nur 14 Feldspielern antraten und dementsprechend fast durchwegs mit zwei Linien agierten, aber viel Kraft. Die Partie wurde nun ruppiger und die Kängurus kamen besser ins Spiel. Doch just als man auf den ersten Treffer drängte, fiel das 0:3 durch Ockert. Wenig später war es dann aber soweit, als die Kapfenberger die Scheibe mit aller Vehemenz in der Angriffszone hielten und Manuel Trost diese in die Maschen schlenzte. Der absolut verdiente erste Treffer war gefallen, doch mehr war vorerst nicht drin, auch weil ein weiteres Überzahlspiel nicht in ein Tor umgemünzt werden konnte.
Im Schlussabschnitt nahm die Reinthaler-Truppe dann immer mehr das Zepter in die Hand, doch wieder folgte der Gegentreffer zu einem mehr als unglücklichen Zeitpunkt. Ein Powerplay wurde mit einer Strafe aus der Hand gegeben und im 4vs.4 erzielte Ockert in der 51.Spielminute seinen zweiten Treffer des Abends, stellte auf 1:4. Nun wurde es ein immer schwierigeres Unterfangen die Partie noch zu drehen, doch die Kängurus gaben nicht auf. Eine doppelte Überzahl brachte eine Sekunde vor Ablauf der ersten Strafe das 2:4 durch Lukas Draschkowitz und die Hoffnung wurde wieder größer. Zweieinhalb Minuten vor dem Ende wollte Oliver Zirngast gerade das Gehäuse für einen sechsten Feldspieler verlassen, als Pierre Graf im Slot an die Scheibe kam und auf 3:4 verkürzte. Nun war die Stimmung am Kochen und Zirngast verließ endgültig seinen Kasten. 26 Sekunden vor der Schlusssirene dann der Befreiungsschlag: Ein Gestocher vor dem Tor nutzte Neal Unterluggauer zum viel umjubelten 4:4 und rettete sein Team in die Overtime.
In dieser passierte lange nichts, doch dann fasste Pierre Graf eine Strafe aus und die KSV’ler mussten die letzten beiden Minuten in Unterzahl überstehen, schafften dies aber souverän. Somit ging es ins Shootout und nachdem auf beiden Seiten die ersten drei Schützen scheiterten, trat Florian Hoppl an und versenkte die Scheibe. Die letzten beiden Emser Schützen scheiterten an der Stange und der Sieg war eingefahren.
Eine irre Aufholjagd der Kängurus wurde somit belohnt und der Jubel kannte danach keine Grenzen mehr. Torhüter Oliver Zirngast, gab nach dem Spiel zu, dass auch ein bisschen Glück dazugehörte: „Ja, ich muss sagen, die Stange war heute definitiv mein bester Freund.“ Doch das sei nur eine Randnotiz, denn was die gesamte Mannschaft leistete, wusste auch Zirngast einzuschätzen: „Ich bin so stolz auf die Jungs. Das erste Drittel haben wir sowas von verschlafen, aber wir waren immer zuversichtlich. Im Eishockey kann es so schnell gehen, wie wir heute gesehen haben und vor so einer tollen Kulisse gib man nicht auf. Was die Fans heute geleistet haben, wie sie uns unterstützt haben: Unglaublich gut! Wir haben wir nun die erste Partie gewonnen, das war sehr wichtig und nun hoffen wir, dass wir nächste Woche von Anfang an gutes Eishockey spielen.“
Goldtorschütze Florian Hoppl verriet, dass auch eine Erkenntnis aus der zweiten Drittelpause der Schlüssel um Erfolg war: „Das erste Drittel war gar nicht unseres, wir haben keine ordentlichen Pässe gespielt, sie waren einfach besser als wir. Ab dem zweiten Drittel sind wir draufgefahren und haben uns besser bewegt. In der zweiten Drittelpause erkannten wir, dass der Gegner müde wurde und wir drauf bleiben und an uns glauben müssen und wurden letztendlich belohnt.“ Den Rest erledigten die Fans, die in der Halle für tolle Playoff-Stimmung sorgten: „Es war unglaublich, die Stimmung zum Schluss war ein Wahnsinn! Die Fans haben uns super nach vorne gepeitscht. Wir hoffen, dass wir unser nächstes Heimspiel im Finale haben und dann wieder so toll unterstützt werden.“
Mit dem Sieg wurde nun der erste Schritt zum Finaleinzug gesetzt. Am kommenden Samstag steht das zweite Spiel auswärts in Hohenems am Programm. Mit einem Sieg stünden die Kängurus im Finale, ansonsten geht es am 4.März in ein entscheidendes drittes Spiel, erneut in der heimischen Eishalle.
ÖEL – Playoff-Halbfinale (Best of Three)
Spiel 1:
KSV Kängurus vs. SC Hohenems 5:4 n.Ps. (0:2|1:1|3:1|0:0|1:0)
Zuschauer: 1.030
Tore: 0:1 Spannring (3.), 0:2 Mandlburger (13.), 0:3 Ockert (31.), 1:3 M.Trost (35.), 1:4 Ockert (51.), 2:4 L.Draschkowitz (55.), 3:4 Graf (58.), 4:4 Unterluggauer (59.), 5:4 Hoppl (65./entsch. PS)
Spiel 2:
SC Hohenems vs. KSV Kängurus
Samstag, 28.Februar 18:30 Uhr, Herrenried Hohenems
Spiel 3 (falls nötig):
KSV Kängurus vs. SC Hohenems
Mittwoch, 4.März 18:30 Uhr, Eishalle Kapfenberg
Final-Serie
Sa., 07. März 2026 | Sa., 14. März 2026 | Sa., 21. März 2026 (falls nötig)
Pic: Randeu