Über 3.100 Fans stürmten die Kapfenberger Eishalle und pushten die Kängurus zu einem 3:2 Sieg über den EHC Lustenau. Damit kommt es am kommenden Samstag in Vorarlberg zum absoluten Showdown um den Titel.

Die von Jennifer Zirngast interpretierte österreichische Bundeshymne war die perfekte Einstimmung auf das zweite Finalspiel um den ÖEL-Titel, bei dem die Kängurus unter Zugzwang standen, die Serie nach der knappen Niederlage im Ländle ausgleichen mussten.

Die KSV-Cracks zeigten ohne den erkrankt ausgefallenen Daniel Oberkofler aber von Beginn an, dass sie heute etwas vorhatten und starteten perfekt ins Spiel. Nur 87 Sekunden waren gespielt, als Pierre Graf einen Pass von Christoph Draschkowitz direkt übernahm und per Onetimer zum 1:0 einnetzte. Doch die Gäste hatten die passende Antwort parat, als Robin Wüstner einen Rebound zum Ausgleich verwertete. Hohes Tempo prägte die Startphase und beide Teams kamen im Minutentakt zu Abschlussmöglichkeiten und die Kängurus waren es, die eine dieser Gelegenheiten nutzten. Nach einem schnellen Breakaway setzte Kevin Moderer den Rebound ins Netz und drehte jubelnd zur neuerlichen Führung ab. Die Zuseher bekamen im ersten Abschnitt nicht nur ein extrem temporeiches Spiel, sondern auch einige Härteeinlagen zu sehen, es herrschte absolute Finalstimmung. Kurz vor Ende des ersten Spielabschnittes mussten die Kängurus ihre erste Unterzahl überstehen und das gelang ihnen tadellos, womit man die knappe Führung mit in die erste Pause nehmen konnte.

Nur Augenblicke nach Wiederbeginn setzte es eine Strafe für die Gäste und die Kängurus bekamen ihre erste Überzahlgelegenheit, doch auch diese blieb ohne Torerfolg. Im Mittelabschnitt setzen die KSV-Cracks auf kontrolliertere Offensive, standen defensiv kompakter, weshalb sich beide Mannschaften zumeist gegenseitig neutralisierten. Zur Mitte des Drittels erhielten die Kängurus ein neuerliches Powerplay zugesprochen, doch dieses ging nach hinten los. Das erste Breakaway konnte Felix Nussbacher noch entschärfen. Doch nur wenige Sekunden später waren die Haberl-Brüder auf und davon und schlossen eine Kombination zum 2:2 Ausgleich ab. Ärgerlich für die Reinthaler-Männer, die sich davon aber nicht verunsichern ließen.

Der Schlussabschnitt begann wie das erste Drittel mit einem schnellen Treffer der Kängurus. Im 4on4 setzte Michael Malle einen Handgelenksschuss vom Bullykreis genau ins Tor und brachte sein Team zum dritten Mal in Front. Nun erhöhte aber Lustenau nochmal den Druck und setzte Felix Nussbacher im Kasten der KSV unter Dauerbeschuss. Eine Strafzeit in der 44.Spielminute konnte schadlos überstanden werden, doch die Gäste blieben dran und wollten den Ausgleich erzwingen. 73 Sekunden vor dem Ende musste jedoch Lustenau-Torschütze Wüstner in die Kühlbox, was den Kängurus in die Karten spielte. Sie spielten die letzten Sekunden der Uhr herunter und schafften mit viel Herz, Einsatz und Kampfgeist den Serienausgleich.

Felix Nussbacher, der mit 46 Saves erneut eine Galavorstellung bot, war nach der Partie stolz auf seine Mannschaft: „Heute haben wir sie echt in die Schranken gewiesen, aus dem eigenen Drittel rausgehalten und das war unser Plan. Keiner hat sich einschüchtern lassen. Das war wirklich eine super Mannschaftsleistung.“

Torschütze Kevin Moderer wusste, was den spielerischen Unterschied zum ersten Finalduell ausmachte: „In Lustenau machte das erste Drittel den Unterschied. Wir haben uns ein bisschen ans Tempo gewöhnen müssen und das war, glaube ich, die schwierigste Umstellung für uns, was wir heute aber gut gemeistert haben. Heute haben wir die Tore vorgelegt und es ist in einer Finalserie immer einfacher, wenn man vorne ist.“

Für Coach Kris Reinthaler war aber auch der Faktor Zuseher ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg: „Es war das Spiel des Jahres. Wir stehen im Finale und die Halle ist rammelvoll. Das ist das schönste Gefühl für uns und es hat uns auch wirklich den Sieg beschert.“

Einen Sieg brauchen die Kängurus nun und der muss am nächsten Samstag in Lustenau gelingen, wenn es im Ländle im alles entscheidenden dritten Finalspiel um den Titel geht.

ÖEL – Finale (Best of Three)

Spiel 1:
EHC Lustenau – KSV Kängurus 4:2 (0:0|1:0|3:2)
1.871 Zuseher
Tore: 1:0 Tiainen (40.), 2:0 Grabher-Meier (42.), 2:1 Graf (46.), 3:1 Tiainen (48.), 4:1 Kutzer (54.), 4:2 C.Draschkowitz (55.)

Spiel 2:
KSV Kängurus – EHC Lustenau 3:2 (2:1|0:11:0)
3.140 Zuseher
Tore: 1:0 Graf (2.), 1:1 Wüstner (5.), 2:1 Moderer (7.), 2:2 Haberl (35.), 3:2 Malle (41.)

Spiel 3:
EHC Lustenau – KSV Kängurus
Samstag, 21.März, 17:30 Uhr Rheinhalle Lustenau

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