Vor ausverkauftem Haus kam es in Lustenau zum alles entscheidenden Showdown um den ÖEL-Titel. Dieser blieb aber im Ländle, denn die Kängurus mussten sich nach einer intensiven Partie mit 3:5 geschlagen geben.

Das letzte Spiel einer Saison zu gewinnen ist das große Ziel jeder Eishockeymannschaft und diese Chance wollten die Kängurus im dritten Finalduell mit dem EHC Lustenau nutzen. Doch die Partie begann praktisch mit einer Unterzahl, da Luca Fasching früh eine Strafe ausfasste. Diese Überzahl nutzten die Gastgeber zur schnellen Führung durch Lucas Haberl. Kurz darauf die nächste Schockszene aus Sicht der KSV-Cracks. Max Ramsbacher traf mit einem Schlagschuss Pierre Graf ins Gesicht. Dieser wurde sofort ins Krankenhaus gebracht, wo er genäht wurde, sich aber glücklicherweise keinen Bruch zuzog. Seine Teamkollegen kamen nun aber langsam ins Spiel und auch zum ersten Treffer, als Florian Hoppl einen Rebound in die Maschen versenkte.

Wie im Startdrittel musste man auch im Mittelabschnitt schnell in Unterzahl agieren, überstand diese Phase aber diesmal schadlos. Die Gastgeber waren nun am Drücker, kamen auch zum erneuten Führungstreffer, der aber aberkannt wurde. Wenig später dann die nächste Szene die für Aufregung sorgte. Eine Spielertraube vor dem Tor von Felix Nußbacher wurde nicht abgepfiffen und im Gestocher gaben die Schiedsrichter plötzlich den mehr als fragwürdigen Treffer für Lustenau. Obendrein kam es in dieser Szene zum nächsten verletzungsbedingten Ausfall auf Seiten der Kängurus. Ein Schiedsrichter stieg Felix Nußbacher auf den Mittelfinger, er erlitt einen Sehnenriss und wurde ebenfalls im Spital behandelt. Drei Minuten später folgte das nächste Lustenauer Powerplay und dieses beendeten die Vorarlberger aus ihrer Sicht erfolgreich, erhöhten auf 3:1.

Mit diesem Spielstand ging es dann auch in den Schlussabschnitt, der erneut mit einem Mann weniger begann. Nun hagelte Strafe um Strafe für die KSV-Mannschaft und man agierte beinahe die gesamte erste Hälfte des Drittels „Shorthanded“. Das Penaltykilling klappte auch lange gut, aber in einer doppelten Unterzahl erhöhte Chris D’Alsvise in Minute 49 auf 4:1. Die Vorentscheidung? Keinesfalls, denn die KSV-Cracks gaben nicht auf und kämpften sich nochmal heran. Lukas Draschkowitz schnappte sich die Scheibe, bediente seinen Bruder, der zum 2:4 versenkte. 81 Sekunden später traf Stefan Trost aus der Drehung und es stand plötzlich nur noch 3:4. Die Kängurus wollten das Momentum nutzen und bei den Lustenauern merkte man nun die Nervosität an. Doch die kalte Dusche folgte in der 55.Spielminute, als Chris D’Alvise einen Schuss von Jonas Kutzer unhaltbar ins Tor abfälschte und mit seinem dritten Treffer das 5:3 markierte. Es war ein Gegentor, von dem sich die Kängurus nicht mehr erholten. Auch die Herausnahme von Oliver Zirngast für einen sechsten Feldspieler brachte keine Wende mehr und der EHC Lustenau brachte die Führung über die Zeit.

Bei den Kängurus war nach dem Spiel die Enttäuschung groß. Kapitän Lukas Draschkowitz direkt nach der Partie: „Ja, es ist natürlich schade, aber wir haben glaube ich alles gegeben. Es ist auch teilweise wirklich blöd gelaufen, wir haben gleich zu Beginn ein paar Verletzte gehabt, konnten das Spiel aber bis zum Schluss knapp halten. Wir können uns jetzt nicht viel vorwerfen, aber es ist natürlich trotzdem schade, denn es wäre natürlich der Sieg möglich gewesen heute.“

Coach Kris Reinthaler haderte danach auch mit der Schiedsrichterleistung: „Meiner Meinung nach war das im alles entscheidenden Spiel eine sehr, sehr schlechte Schiedsrichterleistung. Man kann Sachen pfeifen, aber man muss es auf beiden Seiten gleich pfeifen. Unterm Strich haben wir uns das Leben natürlich selbst schwer gemacht. Es waren ein paar gerechtfertigte Strafen, keine Frage. Aber es waren auch Pfiffe dabei, mit denen ich absolut nicht einverstanden bin. Meiner Meinung nach haben die Schiris das Spiel nicht unter Kontrolle gehabt. Unterm Strich war das ein sehr großes Manko und wir haben das heute nicht überwinden können.“

Der ÖEL-Titel geht somit erstmals nach Lustenau. Die KSV gratuliert den Vorarlbergern herzlich.

ÖEL – Finale (Best of Three)

Spiel 1:
EHC Lustenau – KSV Kängurus 4:2 (0:0|1:0|3:2)
1.871 Zuseher
Tore: 1:0 Tiainen (40.), 2:0 Grabher-Meier (42.), 2:1 Graf (46.), 3:1 Tiainen (48.), 4:1 Kutzer (54.), 4:2 C.Draschkowitz (55.)

Spiel 2:
KSV Kängurus – EHC Lustenau 3:2 (2:1|0:1|1:0)
3.140 Zuseher
Tore: 1:0 Graf (2.), 1:1 Wüstner (5.), 2:1 Moderer (7.), 2:2 Haberl (35.), 3:2 Malle (41.)

Spiel 3:
EHC Lustenau – KSV Kängurus 5:3 (1:1|2:0|2:2)
2.200 Zuseher
Tore: 1:0 Haberl (4./PP), 1:1 Hoppl (11./PP), 2:1 D’Alvise (34.), 3:1 Haberl (37./PP), 4:1 D’Alvise (49./PP2), 4:2 C.Draschkowitz (52.), 4:3 Trost (52.), 5:3 D’Alvise (55.)

Endstand in der Best of Three Serie: KSV Kängurus 1:2 EHC Lustenau

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