Die KSV Kängurus haben die Vorbereitung auf die neue Saison aufgenommen. Nach dem Vizemeistertitel im Vorjahr setzt Kapfenberg auf einen etwas veränderten Kader – und erstmals in der Amtszeit von Präsident Franz Gärtner auch auf einen Legionär. Mit dem Gösser Cup startet morgen das traditionelle Heimturnier als ÖEL-Testlauf.
Vizemeistertitel mit wirtschaftlichem Wermutstropfen
Sportlich blickt Kapfenberg zufrieden auf die vergangene Saison zurück. Der Vizemeistertitel war für Präsident Franz Gärtner und Spielertrainer Kris Reinthaler ein Erfolg. Wirtschaftlich verlief die Spielzeit hingegen schwierig. Ein technischer Defekt in der Eishalle hatte lange Zeit keine Heimspiele zugelassen. Zahlreiche Partien mussten im Jänner nachgeholt werden. Der ungewöhnlich dichte Spielplan sorgte dafür, dass viele Zuschauer ausblieben. „Wirtschaftlich war es die schlechteste Saison, seit ich Präsident bin“, lautet sein ernüchterndes Fazit.
Sirchenko bricht mit Legionärs-Tradition
Völliges Neuland gibt es im Kader. Erstmals seit elf Jahren steht unter Gärtner ein Legionär bei den Kängurus im Aufgebot. Der 32-jährige Ukrainer Valentyn Sirchenko meldete sich per Nachricht beim Klub: „Hallo, mein Name ist Valentyn und ich wohne jetzt in Kapfenberg. Darf ich bei euch Eishockey spielen?“ Nach einem Probetraining war Gärtner überzeugt. Der Verteidiger spielte in der Ukraine zehn Jahre als Profi und war zuletzt für die Kiev Capitals aktiv, die in der lettischen Liga antraten. Sirchenko soll der Defensive Stabilität verleihen, verfügt aber auch über Offensivqualitäten. Für Goalie Oliver Zirngast hinterließ der Neuzugang bereits beim ersten Training einen guten Eindruck.
Damit macht Gärtner zugleich eine Ausnahme von seiner langjährigen Linie, in Kapfenberg ohne Legionäre auszukommen. Die schwierige Spielersuche in der ÖEL habe letztlich zu diesem Schritt geführt.
Neben Sirchenko wurden aber auch Laurens Roskaric und Sebastian Wilding verpflichtet. Roskaric kommt aus dem Akademie Steiermark-Team und war dort mit 46 Punkten Topscorer der österreichischen U20. Wilding wechselte von den Steel Wings Linz nach Kapfenberg. Demgegenüber stehen mehrere Abgänge, darunter Daniel Oberkofler, Kevin Moderer, Neal Unterluggauer, Phileas Lyssy, Iacopo Granza und Mark Kompain.
Gösser Cup als Generalprobe
Bevor am 3. Oktober der ÖEL-Grunddurchgang mit dem Auswärtsspiel beim HDK Maribor beginnt, steht für die Kängurus der traditionelle Gösser Cup auf dem Programm. Von 18. bis 20. September treffen Kapfenberg, EHC Kundl, die Gmunden Sharks und Vasas Budapest in der Kapfenberger Eishalle aufeinander.
Für die Kängurus ist das Turnier die große Vorbereitung auf die Meisterschaft. Das erste Heimspiel in der ÖEL folgt am Freitag, dem 9. Oktober – und bringt mit dem Duell gegen den ATSE Graz gleich ein Steirer-Derby. Nach dem Finaleinzug der Vorsaison wollen die Kängurus damit auch heuer wieder im Kampf um den ÖEL-Titel mitmischen.
Gösser Cup in Kapfenberg:
Freitag, 18.September 2026
17:00 Uhr: EHC Kundl vs. Vasas Budapest
20:30 Uhr: KSV Kängurus vs. UEHV CAM4DENT Sharks Gmunden
Samstag, 19.September 2026
16:30 Uhr: UEHV CAM4DENT Sharks Gmunden vs. SC Vasas Budapest
19:30 Uhr: KSV Kängurus vs. EHC Kundl
Sonntag, 20.September 2026
10:00 Uhr: EHC Kundl vs. UEHV CAM4DENT Sharks Gmunden
13:00 Uhr: KSV Kängurus vs. SC Vasas Budapest
Pic: Obersteirische Rundschau/Doppelhofer